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INTERVIEW MIT CHRISTINA STEINDL (THE TASTE)

Christina Steindl (Jahrgang 1990) ist unter anderem durch „The Taste“ bekannt. Sie beantwortet in unserem Interview persönliche Fragen und wie es ist, als Koch in der Öffentlichkeit zu stehen.

Beschreibe dich und deinen Küchenstil in ein paar Worten.
Heimatverbunden, modern, exzentrisch, kreativ, innovativ.

Was macht dich glücklich?
Ich liebe es Menschen glücklich zu machen. Sei es in der Arbeit mit meinen Kreationen, oder privat mit Aufmerksamkeiten. Für mich gibt es nichts Schöneres als jemanden eine Freude bereiten zu können.

Was würde bei dir nie auf den Tisch kommen?
Natürlich koche ich mit allen möglichen Produkten, aber wenn ich essen gehe, versuche ich es zu vermeiden Fisch zu essen. #austernvergiftung – nach der ist mir der Appetit auf Wasserlebewesen fast gänzlich vergangen.

Wann und was war dein erster  Fernsehauftritt?
Mein erster Fernsehauftritt war im Frühsommer 2016 bei „Abenteuer Leben“. Ich war Finalistin beim Wettbewerb „Junge Wilde“ by Rolling Pin. Während wir 3 Finalisten um die Stockerlplatzierungen kochten, waren 2 Kamerateams vor Ort. Einmal das vom Wettbewerbsveranstalter und dann noch von Kabel 1. Es war echt eng in der Küche und das war damals gar nicht so einfach, denn auf der einen Seite muss man sich auf die Arbeit konzentrieren und auf der anderen Seite brauchten die Kamerateams ständig brauchbare O-Töne. Nebenbei tickt dann noch die Uhr, denn die Aufgabe war es, in 3 Stunden ein 3-Gänge Menü für 10 Personen auf die Teller zu bringen.

Was ist deine Meinung zum großen TV-Kochshow-Hype?
Meiner Meinung nach sprießen so viele Kochshows aus den Produzentenfedern, weil das Kochen an sich momentan in seiner eigenen Renaissance aufblüht. Das Internet serviert uns ja alle Informationen auf dem Silbertablett – und das zu jeder Tageszeit. Ich denke, dass wir durch diese Reizüberflutung auf das Thema Kochen sensibilisiert sind. In den letzten Jahren interessiert sich wahrscheinlich daraus schließend ein stets wachsendes Publikum für das Handwerk am eigenen Herd. Wenn man es als TV-Produzent dann noch schafft, die Waage zwischen kulinarischer Information und Unterhaltung ausbalanciert zu bekommen, werden die Einschaltquoten durch die Decke gehen. Mein Vater war eher immer der „Sport“-Fernseher. Ok….ab und zu mal einen Western, oder Bud Spencer und Terence Hill Filme, aber das wars dann auch schon. Die erste Kochshow, die er gesehen hat war dann „The Taste“ – wenn die eigene Tochter schon mal dabei ist, muss er ja Bescheid wissen, was Sache ist.
Er war dann so begeistert von Alexander Herrmann, dass er auch alle weiteren Kochsendungen von ihm mit Begeisterung verfolgt hat. Das zeigt mir, dass besonders die Akteure eine wichtige Rolle beim Erfolg einer Kochshow spielen. Alles in allem: eine Fernsehshow – egal in welchem Bereich – lebt nicht zuletzt vom Unterhaltungsfaktor. Und wir Köche sind meistens doch sehr emotional behaftet, mit Ecken und Kanten, mit echten Gefühlen, ohne Schauspielerei. Wie im richtigen Leben.

Was sind die Vorteile und was die Nachteile wenn man „in der Öffentlichkeit steht“?
Klar ist, dass man nicht jedem Zuseher gefallen kann. Was ich echt „krass“ fand ist, dass sich ein paar wenige Zuseher durch meine Anwesenheit in ihrem Abendprogramm so genervt fühlten, dass sie mir recht verletzende Nachrichten auf sozialen Kanälen zukommen ließen. Da braucht man ab und an schon eine „dicke Haut“. Als ich die ersten bösen Nachrichten erhalten habe, wusste ich gar nicht recht wie mir geschah. Ich fragte mich stets: „Wie kann jemand nur so oberflächlich über einen urteilen, wenn man sich noch nicht einmal die Hand geschüttelt hat?“ Aber dann kommt der Zeitpunkt, wo man über solche Hassbotschaften einfach nur mehr hinwegschmunzelt.
Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch ganz liebe Leute, die sagen, dass sie es ganz toll finden was ich mache und ihre Bewunderung kundtun, ein Foto mit mir machen wollen oder mich um ein Autogramm beten. Das sind die zwei Seiten, die das Leben in der Öffentlichkeit mit sich bringen.
Ein Vorteil ist natürlich auch, dass der Bekanntheitsgrad auch den Marktwert steigert. Daraus ergeben sich entsprechend mehr Anfragen für öffentliche Aufträge.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Da gibt es einige – die fließen in ganz verschiedene Lebensabschnitte ein.
Privat: Höchste Priorität – dieses Jahr endlich mal zumindest eine Woche Urlaub machen (der letzte richtige Urlaub war vor 3 Jahren).
Auch ganz vorne dabei – ein wenig mehr auf die Gesundheit schauen. Der ständige psychische Druck zeichnet sich ab und an schon am Körper ab. Keine Sorge: ich habe alles im Griff. Ich kann meinen Mentaltrainer Rainer zu Rate ziehen, wenn ich merke, dass der Druck mal wieder überhandnimmt.
Auch wichtig, hat aber noch noch Zeit: Familie. Als Frau begleitet einen tatsächlich ein biologischer Zeitplan. Daher muss ich jetzt langsam mal schauen, ob sich ein passender Kandidat für eine mögliche Familienplanung finden lässt.

Beruflich: Ich will es jetzt nicht unbedingt einen Plan nennen, aber erstrebenswert wäre es für mich in nächster Zukunft vom Gault Millau ausgezeichnet zu werden.

Wettbewerbstechnisch: Vielleicht doch mal „Bocuse d’Or“? Oder nochmal beim „Koch des Jahres“ angreifen? Wir werden sehen. #eswirdsicherspannend

Was war dein peinlichster Moment „on air“?
Das war, als mir bei den „Jungen Wilden“, ausgestrahlt bei „Abenteuer Leben“, ein Ei auf den Boden gefallen ist und die einfach beinhart reingeschnitten haben, wie ich fluchend den Boden aufwische, OBWOHL ich sie sehr höflich gebeten habe diese Sequenz nicht zu verwenden. Aber da wären wir wieder beim Unterhaltungsfaktor.

Bist du vor Drehs noch aufgeregt und wenn ja, wie gehst du damit um?
Nein, die Kamera hat mich noch nie groß berührt. Früher war ich aufgeregt wenn der Startschuss zum Wettbewerb in greifbare Nähe rückte, was ich jedoch gemeinsam mit Mentaltrainer Rainer richtig gut in den Griff bekommen habe. Lampenfieber kenne ich nicht. Ich bin in einem Hotel aufgewachsen und war es von meinen ersten Lebensstunden an gewohnt viele Menschen um mich herum zu haben.

Hast du ein Vorbild? Wenn ja wen?
Mein größtes Vorbild war schon immer mein Papa. Der hat sich in seinem Leben so viel selber aufgebaut und ist dennoch immer am Boden geblieben. Fast ohne finanzielle Mittel hat er sich seinen großen Traum erfüllt. Das und so viel anderes macht ihn zu meinem Vorbild.

Was ist deine Inspirationsquelle?
Inspiration ist überall. Man muss nur genau hinsehen. Jede Kindheitserinnerung, jeder Geruch, jedes Wort, jede Jahreszeit, jedes Bild inspiriert mich. Das Geheimnis ist, dass man für alles offen sein muss – dann kann jede Kleinigkeit Großes bewirken.

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