PRO & CONTRA

SHARING-PRINZIP? EINE THERAPIE-STUNDE FÜR DIE GESELLSCHAFT!

Landauf, landab, ob  im hippen Güterzughallen-Lokal in Hamburg oder im Sternehotel-Restaurant im Schwarzwald, das Sharing-Prinzip ist in aller Munde.  Konzept: Vom Kellner werden mehrere große oder kleine Teller mit Speisen gereicht, die an einem Gruppentisch von Gast zu Gast wandern – also eine Art Reise nach Jerusalem durchmachen. Ergebnis: Fleisch und Fisch sind im Nu kalt, das Gemüse liegt schlaff auf der Platte, das Eis zerfließt in Sekundenschnelle. Doch über all dem schwebt bedeutungsschwanger eine Kernbotschaft: Bitte, kommuniziert am Tisch untereinander.

Ist unsere Gesellschaft schon so kaputt, dass Gastronomen sich als Hobby-Therapeuten aufspielen müssen, indem sie uns aufzwingen, mit dem Gegenüber ins Gespräch zu kommen? Macht es heute Restaurantbetreiber glücklich, wenn in ihrem Laden der Vorstandsvorsitzende eines erfolgreichen Unternehmens bei der Betriebsfeier dem Praktikant einen Teller mit gebratenem Kürbis reicht? Welche Gespräche ergeben sich durch das Sharing-Prinzip? Kannst du mir mal bitte …? Gibst du mir mal bitte …? Sollen das wirklich Eisbrecher für ein Gespräch zwischen zwei Menschen im 21. Jahrhundert sein? Es müsste eigentlich genügen, wenn jeder einen eigenen erwärmten Teller mit heißen Gerichten hat. Das dürfte ausreichend Gesprächsstoff bieten.

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