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Der nette Russe von nebenan

Koch Evgeny Vikentev aus St. Petersburg hat in Berlin sein Restaurant Cell eröffnet. Seine Heimat Russland feiert den 30-Jährigen als Küchen-Rockstar.

Evgeny Vikentev ist in Berlin angekommen. Lange genug hat es gedauert. Genauer gesagt etwa zweieinhalb Jahre von den ersten Plänen bis zur Eröffnung seines Restaurants Cell in der Uhlandstraße in der aufstrebenden Berliner City-West unweit des Kurfürstendamms. Vikentev, der in St. Petersburg bereits das bekannte Spitzenrestaurant Hamlet & Jacks sowie eine Weinbar führt, wird in seiner Heimat als Star der modernen russischen Gastronomie gefeiert.

„Ich hatte das Glück, viel um die Welt reisen zu können. Aber es gibt etwas in der Berliner Szene, das mich wirklich anzieht. Kunst ist für mich eine der stärksten Inspirationen. Ich bin unglaublich aufgeregt, ein Restaurant in einer solch pulsierenden und Kunst liebenden Stadt zu eröffnen“, sagt der 30-jährige Küchenchef, der Berlin als multikulturelle, weltoffene Metropole schätzt.

Hirsch, Yuzu und Schwarzer Trüffel

Bei seiner Küche setzt er auf saisonale, regionale Produkte, lässt sich aber bei seinen Gerichten wie Muschel, Steckrübe, Buchweizen, Yuzu oder Sellerie, Mimolette, Schwarzer Trüffel durchaus international inspirieren. Zwei Menüs (je 110 Euro) mit jeweils neun Gängen stehen auf der Karte. Zum einen Time Steps, ein saisonales Menü mit Fisch, Fleisch und Meeresfrüchten – derzeit etwa Austern, Muscheln, Bachsaibling, Wildschwein und Hirsch. Zum anderen Roots Religion, ein vegetarisches Menü.

Varianten mit drei, fünf oder sieben Gängen oder gar à la Carte-Gerichte sind nicht vorgesehen. Mutig ist auch Vikentevs Küchenstil, der polarisiert: Alle Speisen zeichnen sich durch eine intensive Aromatik aus und zeigen auf den Tellern eine ganz eigene Handschrift. „Meine Gerichte sollen kulinarisch wie optisch eine sinnvolle und sinnliche Botschaft vermitteln“, beschreibt der 30-Jährige seinen Stil. Im Übrigen sei es in Berlin viel einfacher und preisgünstiger hochwertige regionale Produkte zu bekommen als in seiner Heimat St. Petersburg.

Uwe für Onepot

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